Kaiserbad Heringsdorf- mondän und elegant

Kaiserbad Heringsdorf- Nizza der Ostsee

Das sehr elegante Kaiserbad Heringsdorf ist das schönste aller Kaiserbäder und wurde bereits 1890 als das "Nizza der Ostsee" bezeichnet. Herrlichste Villen und Gründerzeithäuser verschiedener Baustile entlang einer in Europa einzigartigen Strandpromenade von 10 Kilometern Länge präsentieren sich schöner denn je.

Weißes Schloss Heringsdorf

Hotel "Weißes Schloss" Heringsdorf
Hotel "Weißes Schloss" Heringsdorf Erstes Logierhaus, Gästehaus für Berliner Urlauber.

Fischerkolonie Heringsdorf

Heringsdorf ging aus einem 1819 angelegten Fischerdorf hervor. 1818 hatten Oberforstmeister Georg Bernhard von Bülow, Besitzer des Ritterguts Gothen, und sein Bruder begonnen, einzelne Waldstellen auf ihren Ländereien zu lichten und die gewonnenen Bauplätze an Büdner, Besitzer kleiner Verkaufsbuden, zu verkaufen. Die Büdner bauten Fischerhütten zum Einsalzen und Verpacken der gefangenen Heringe. So entstand eine Fischerkolonie an der Küste. Im Jahr 1820 erhielt die Kolonie ihren Namen „Heringsdorf“ vom Kronprinzen und späteren König Friedrich Wilhelm IV, der mit seinem Vater, König Friedrich Wilhelm III., eine Pommernreise unternahm.

Erste Logierhäuser in Heringsdorf

Herr von Bülow ließ ein Gesellschaftshaus und ab 1824 drei Logierhäuser errichten, wovon nur noch das "Weiße Schloss" erhalten ist. Ein Haus für warme Bäder und eine Seebadeanstalten folgten. Die Anlagen blieben Gutseigentum. Als Eigentümer bestimmte er, welche Badegesellschaft eine neue Seebadeanstalt erhielt und wie sich das junge Seebad Heringsdorf entwickelte. Nach und nach verkaufte er seine Ländereien entlang der Usedomer Küste. Entwicklung Heringsdorfs

Entwicklung Heringsdorfs

Entscheidend für die Entwicklung Heringsdorfs waren neben den Brüdern von Bülow auch Adelbert und Hugo Delbrück sowie deren Kinder. Sie erkannten das Potential des Ortes und kauften sich zu einer Zeit ein, als das Land noch billig und unentwickelt war. So entstand 1854 die Agentur "Delbrück, Leo & Co.", die sich bald zu einem bekannten Bankhaus entwickelte. Die beiden Brüder hatten dafür Wald, die bereits bestehenden Badeanstalten und einige Häuser im Werte von 115.000 Talern von den Brüdern von Bülow erworben.

Seebad Heringsdorf

Badewillige, die dem teuren Swinemünde entfliehen wollten, zogen nun den Strand in Heringsdorf vor. Auf hölzernen Stegen stehende Kammern zum Auskleiden und Offene, die etwas weiter ins Meer hinein führten, wurden aufgestellt. Badekutschen standen zur Verfügung, die bei Bedarf ins Meer gezogen wurden. Am 19. Juni 1879 wurde Heringsdorf der Status "Seebad" zuerkannt.

Delbrück Ära

Das Kurhaus mit seinem Casino, den Lese- und Tanzsälen entstand und wurde kultureller Mittelpunkt für große Kurgesellschaftsabende und Tanzabende mit namhaften Künstlern. Das 1873 erbaute Hotel „Atlantic“ dominierte viele Jahre Heringsdorf. 300 Betten, 30 Bäder, eine Bar, eine Konditorei, Speise- und Gesellschafträume standen Urlaubern zur Verfügung. Weitere große Hotels, wie das „Grand Hotel „Seeschloß“ und „Wiener Küche“ folgten in der Delbrück-Ära. Weitere Badeanstalten, die 508 Meter lange Kaiser-Wilhelm Brücke (1891), das Familienbad mit einer ins Meer führenden Wasserrutsche wurden gebaut, der Fremdenverkehr perfektioniert. Durch die Landungsbrücke war das Seebad nun auf dem Schiffswege erreichbar.

Nizza der Ostsee

Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass sich Heringsdorf zum Kaiserbad entwickeln konnte, war die Anbindung an das Eisenbahnnetz. Nun konnten reiche Berliner in rund 3 Stunden dieses Bad erreichen. Bereits gegen 1890 hatte sich Heringsdorf als "Nizza der Ostsee" etabliert.

"Berlins große Badewanne"

Das Seebad Heringsdorf war den Berlinern wegen der schnellen Verkehrsverbindung so nahe gerückt, „dass sie es fast schon als Ausflugsort zu betrachten anfingen“ (Romanist Klemperer). Das "Nizza der Ostsee" wurde spöttisch als "Berlins große Badewanne" bezeichnet und in der Öffentlichkeit mehr und mehr als Vorort Berlins wahr genommen. Hier ließen die Reichsten des deutschen Kaiserreiches die herrlichsten Villen bauen. Jede Villa in der ersten Reihe der Promenade hat ihre eigene Geschichte.

Villa Staudt

In der Villa Staudt traf 1909 bis 1912 Kaiser Wilhelm II. mit seinem Gefolge ein und veranlasste einen wahren Volksrummel in Heringsdorf. Die Witwe des Konsuls Wilhelm Staudt verkaufte die schöne Villa 1938 an Hitlers Leibarzt Theodor Morell. Dieser führte die Villa als Privatsanatorium. Ende 1943 erfolgte eine Beschlagnahme durch die Wehrmacht.

Berlins Millionäre zog es nach Heringsdorf

Bedingt durch die Vormachtstellung der Delbrücks, ihren Einfluss in der Aristokratie und in der Politik, zog es die reichsten Berliner nach Heringsdorf, was vor allem heute an der Vielzahl der schönen Villen erkennbar ist. Der Berliner Metropoltheaterdirektor Fritz Max Jentz, der Hofbankier der Hohenzollern, Gerson von Bleichröder, der Berliner Bankier Benoit Oppenheim, Berlins Multimillionäre bauten hier ihre Sommerresidenzen.

I. Weltkrieg

Im I. Weltkrieg ging der Besucherstrom stark zurück, Grundstücke mussten verkauft werden, weil die Kreditle nicht mehr bedient werden konnten. Nach dem 1. Weltkrieg entstanden der Sportplatzes (1923) und der Solebrunnen (1928).

Bedeutende Künstler in Heringsdorf

Bedingt durch den Kaiserrummel wurden viele Künstler angezogen. Heinrich Mann schrieb im Sommer 1923 das Essay "Heringsdorf, Vorort von Berlin". Fontane suchte nach einem Haus. Der expressionistische Maler Lyonel Feininger und Strauß ließen sich inspieren.

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